Praemissen

Dr. Bracha,

Ihre Praemissen beinhalten bereits die These der Parallelitaet. Natuerlich ist es moeglich, von einer theoretischen These als Praemisse auszugehen und diese dann zu verifizieren oder falsifizieren. Ich habe wenig Interesse, gerade diese These als Ausgangsposition zu verwenden, da ich sie meinerseits bereits falsifiziert habe (s. Extremismus in Israel – eine Randerscheinung).

Ich ziehe einen moeglichst offene Ausgangsposition vor, wobei ich schon geschrieben habe, dass kein Diskutant wirklich und in allen Punkten offen sein kann und dass ich in der Diskussion mit Andersdenkenden das Korrektiv sehe.

Ein paar Punkte sollten selbstverstaendlich sein. Ich gehe davon aus, dass wir fuer uns beide die Menschenrechte und ueberhaupt das Recht (auch Kriegsvoelkerrecht) Geltung hat. Daher empfand ich es meinerseits etwas deplaziert, als Sie darauf bestanden, das absolute Leid des Einzelnen zu postulieren. Weder unterstelle ich Ihnen, Sie saehen gern tote Israelis, noch sollten Sie mir unterstellen, ich begriffe Palaestinenser nicht als vollwertige Menschen.

Angsichts der Fehl- und Falschinformationen innerhalb des Nahen Ostens und in der Berichterstattung ueber den Nahen Osten, wuerde ich mit einem geruetteltem Mass an Zweifel beginnen, ob das, was wir zu wissen meinen, ueberhaupt zutrifft. Das bedeutet natuerlich Akribie, wobei ich sie nicht auf buchhalterische Gewohnheiten, sondern auf die Anforderungen an historisches Arbeiten zurueckfuehren wuerde.